Ein herzliches Willkommen im Jahr 2021 --- bleiben Sie gesund und interessiert, denn es warten neue große Herausforderungen in der Landwirtschaft und der Klimaschutz verlangt nach einer Vollbremsung!

Mein Gott sind wir schon grün!

Mit rund 2,5 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in 0 bis 100 cm Tiefe, sind die landwirtschaftlichen Böden mit Abstand der größte terrestrische Kohlenstoffspeicher in Deutschland. Ein großer Schatz für Klimaschutz und Bodenfruchtbarkeit den es zu bewahren gilt. Noch gibt es keine Garantie darauf, dass dieser Kohlenstoff auch langfristig im Boden bleibt. Neben den Klimaänderungen selbst, tragen die Form der Nachlieferung von organischer Substanz und die Produktionsweisen in der Landwirtschaft dazu bei, ob die Treibhausgase im Boden bleiben oder nicht.

Durch die Verschärfung der Klimaziele in der EU und in Deutschland entsteht in der Landwirtschaft ein erheblicher Handlungsdruck. So gibt es in den letzten Jahren einen regelrechten Boom an Projekten und Initiativen die Kohlenstoffspeicherung in den Böden voranzutreiben. Die Landwirtschaft wird geradezu von Klimaschutzmaßnahmen geflutet, wird mit ständig neuen Berechnungsmethoden überrollt.

Mein Gott sind wir schon grün, -- müsste man bei den vielen Projekten annehmen!

Trotz aller gutgemeinten Initiativen, stecken wir doch tief in einem Erklährungsnotstand. Wo bleiben die messbaren Wirkungen? Wie viel von den Kohlenstoffnachlieferungen in den Böden ist bleibender, ist stabiler Kohlenstoff? Welcher fördert die Fruchtbarkeit? Der Abstand, von dem was um uns in der Welt passiert und dem was hätte passieren müssen, lässt weiterhin viele Fragen offen. Die Lücke zwischen den vielen Klimaschutzbemühungen und den Zielen des Pariser Abkommens klaffen noch immer weit auseinander. Seit 2010 stieg der Treibhausgas – Ausstoß weltweit trotz allem um 1,4 % pro Jahr weiter an. Ein Rekordhoch gab es 2019 mit 59,1 Gigatonnen CO² Äquivalenten, also noch höher, mit 2,6 % im Jahr (auch bedingt durch die Vielzahl der Waldbrände).

Das Anliegen der vielen Initiativen, die Erhaltung der Ressource Boden und die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit tiefer ins Bewusstsein zu rücken, ist sehr zu begrüßen. Doch die bisherigen Überlegungen zur Kohlenstoffbindung im Boden und Schadstoffminderung sind wesentlich zu gering, sind zeitlich begrenzt und oftmals reversibel. Aus vermeintlichen Kohlenstoff – Senken entstehen nach kurzer Dauer Kohlenstoff – Quellen. Daher sollten zukünftige Beiträge und Initiativen zur Erhöhung der Bodenkohlenstoffvorräte, den Ursprung der Humine, deren Abstammung und die chemische Struktur der Kohle (Braun- und Steinkohle) im Auge haben. So haben z.B. Zellulose und Lignin prinzipiell verschiedene Konstitutionen. Mit der Folge, dass nicht jeder Teil der Biomasse, unter allen Umständen Dauerhumusformen bilden kann. Zum neuen Wissen der Landwirtschaft sollte daher das Abbauverhalten der unterschiedlichen Kohlenstoffverbindungen von organischen Stoffen gezählt werden. Die notwendigen Maßnahmen zum Klimaschutz können so auch eine große Chance für eine Erneuerung der gesamten Landwirtschaft sein.

Das überlieferte landwirtschaftliche Wissen darf nicht nur weitergeführt oder schlechthin übernommen werden, es sollte immer wieder rational hinterfragt werden, um immer neue Erkenntnis für die Zukunft zu erlangen. Nur durch ständige weiter Entwicklung der Erkenntnis bewahren wir Ehrfurcht vor der Natur.

W.Witte
Jan. 2021


2020 die Renaissance* des Natürlichen

Das vergehende Jahrzehnt hat ohne Zweifel, dem Hang nach gesellschaftlichem Wachstum als höchste Faszination der Menschheit, seine Grenzen aufgezeigt. Auch macht sich ein beginnender Ernüchterungsprozess breit, dass mit einer Ökonomie des Überflusses, soziale Ungleichheiten beendet sein würden. Viele damals gemachte Erfindungen und Entdeckungen werden durch eine neue Sicht der Dinge, einer naturwissenschaftlichen Klarheit, abgelöst.

Ein neuer revolutionärer Mythos, die Renaissance des Natürlichen, ergreifen im beginnenden Jahrzehnt das Ruder der Geschichte. Eine Konzentration auf das Irdische, auf natürliche Werte, gelangen Schritt für Schritt zum Durchbruch. Eine beginnende Emanzipation von der ökonomischen Abhängigkeit. Die Menschen entdecken ihre Umwelt neu, legen wieder Wert auf eine naturgemäße Abbildung ihres Lebensstils. Das Leben auf diesem Planeten wird letztendlich von regenerativen Kreisläufen der Elemente bestimmt, bleibt aber ohne Zweifel ein endlicher Prozess, keine magische Geschichte oder endlose digitale Fantasie.

Ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte beginnt, wenn wir intakte natürliche Systeme anstreben, ohne die vielen Wenn's und Aber's, sodass auch ein gesellschaftliches -Weiter- möglich ist. Rücksichtslose Unterwanderungen natürlicher Regulationen mit dem Ziel, immer lukrativerer Märkte, stehen einer neuen Zukunft noch im Wege.

Verzicht und Vermeidung können auf diesem Wege nur vorübergehende Ansätze sein, ein allgemeines geistiges Erwachen beschreiben, um Klima, Natur und Umwelt auf eine, ihnen gebührende neue Stufe zu heben. Nur eine umfassende ökologische Gestaltungsidee, die alle stofflichen Kreisläufe einschließt, kann aus dieser Sackgasse führen.

*(Renaissance ~ die Wiedergeburt)

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Nachhaltige Landwirtschaft?

Es stehen Scheunen und Ställe leer,
es rufen keine Kuh kein Kälbchen mehr.
Was in Jahrzehnten schafften Hände,
verfällt und bitter ist das Ende.

Der alte Bauer begreift's noch nicht
und Tränen rollen über sein Gesicht.
Bei Mehrarbeit und wenig Lohn,
verlässt den Hof so mancher Sohn.

Jahrhunderte lang im deutschen Land
war Rückgrat stets der Bauernstand.
Gemüse, Fleisch... Getreide satt,
am Ende machen's die Discounter platt.

Auch manch ein Bürger sinnt,
den vollen Tisch im Angesicht,
die Bauern, die brauchen wir doch nicht.

Ein Blick, in die weite Welt uns lehrt,
das eigene Brot ist Goldes wert.